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Steckbrief zum „Tag der Erneuerbaren Energien“

Beschreibung

Der Tag der Erneuerbaren Energien ist eine deutschlandweite Initiative, in der die praktische Nutzung der erneuerbaren Energien in vielen Einzelaktionen besonders im Mittelpunkt steht. Dieser Tag ist offen für Anlagenbetreiber, Bürgerinitiativen, Agenda 21 Gruppen und Unternehmen, die aufzeigen wollen, dass die Energieversorgung auf der Basis der erneuerbaren Energien funktioniert.

Grundprinzip / Vielfalt der Aktionen

Grundprinzip des Tages ist es, die vielen Nutzungsformen der erneuerbaren Energien in ihrer Vielfalt vor Ort einer breiten Öffentlichkeit aus privaten, gewerblichen und kommunalen Energienutzern vorzustellen. So kann an der konkreten Anlage über Funktion und Wirkungsweise, Vor- und Nachteile, bisherige Fehler und auch Grenzen informiert werden. An der praktischen Anlage funktioniert der Wissenstransfer am besten.

Das geschieht in erster Linie durch die öffentliche Vorstellung der Nutzungsanlagen wie Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen, Holzheizungen und andere Biomassenutzungen, Wärmepumpen u.a.. Die privaten und gewerblichen Anlagenbetreiber führen an ihrer Anlage vor Ort einen Tag der offenen Tür durch. Energieeffizientes Gebäude, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, alternative Fahrzeuge (Solarfahrzeuge, Pflanzenölantriebe u.a.), Kraft-Wärme-Kopplungen, Regenwassernutzungen und andere ökologische Besonderheiten sind ebenfalls kostenlos zu besichtigen.

Die Energieeinsparung und -effizienz gehören genauso zu dem Themenspektrum, wie Fragen der Umweltbildung, der Ressourcenschonung und des Ressourcenverbrauchs.

Idee / Organisation

In der sächsischen Stadt Oederan wurde der Tag der Erneuerbaren Energien 1996 aus der Taufe gehoben. Die Stadtbau- und Wohnungsverwaltungsgesellschaft Oederan mbH lud damals Energieneugierige zur Besichtigung ihrer 700 qm großen Solaranlage ein. 27 weitere Anlagenbetreiber in Sachsen schlossen sich der Idee der Stadtverwaltung Oederan an und zeigten unter dem Motto „Zehn Jahre nach Tschernobyl – es geht auch anders“ ihre Anlagen der Öffentlichkeit. Die Idee übersprang Ländergrenzen, so dass seit 2001 in allen Bundesländern der Tag der Erneuerbaren Energien begangen wird. Eine Einzelteilnahme ist jedoch genauso möglich. Zentrale Informationsstelle für den „Tag der Erneuerbaren Energien“ ist die Internetadresse www.energietag.de, wo alle Anmeldungen erfolgen und auch alle Informationen über geöffnete Anlagen (Anschriften), Veranstaltungen, Pressemitteilungen, Geschichte des Tages usw. abgerufen werden können.

Ziel / Effekte

Ziel des Tages der Erneuerbaren Energien ist die Information, Beratung und Vorführung der Nutzung der regenerativen Energien, des solaren Bauens und der Energieeinsparung. Damit soll um Akzeptanz und Nachahmung als Einstieg in eine dezentrale Energieversorgung auf der Basis erneuerbarer Energien geworben werden. Die Aktion fördert den Umwelt- und Klimaschutz und senkt die Kosten durch den geringeren Energieträgereinsatz. Letztendlich dient die Aktion auch der Förderung des regionalen Handwerks und der Wirtschaft zur Nutzung der regionalen nachwachsenden Energieressourcen.

Wer kann mitmachen?

Mitmachen kann jeder:
- als Anlagenbetreiber, der seine Anlage öffnet
- als Unternehmer, der zeigt, wie Sonne, Wind & Co genutzt werden
- als Koordinatoren, die etwas solar bewegen wollen
- als Neugierige, die sehen, staunen und lernen wollen
- als Schülerinnen und Schüler, die ein Projekt vorstellen wollen

Auswirkungen / Künftige Aktivitäten:

Die Idee breitete sich binnen 6 Jahre auf alle Bundesländer aus. Viele Energieinitiativen, Stadtwerke, Unternehmen u.a. nehmen die konzentrierte Aktion gern auf. Waren 1996 28 Anlagen zu besichtigen, so sind in den letzten Jahren über 1000 alternative Energiewandler deutschlandweit zu erkunden. Lokale und regionale Zeitungen sowie Behörden übernehmen die Idee des Tages der Erneuerbaren Energien. In den Orten, wo der Tag der Erneuerbaren Energien durchgeführt wird, entsteht ein höheres Energiebewusstsein bei den Menschen. Durch die Vorbildwirkung der geöffneten Anlagen findet der regenerativen Energienutzung stärkere Verbreitung.

Zusammenfassung:

Der Tag der Erneuerbaren Energien ist eine deutschlandweite Initiative, die zum Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl die verschiedenen Nutzungsarten einer nachhaltigen Energiewirtschaft präsentiert. Betreiber von alternativen Energieanlagen öffnen ihre Türen, um interessierten Energienutzern einen Eindruck in die Energietechnik des Solarzeitalters zu geben. Das Grundprinzip ist einfach: Praktiker geben einen Einblick in die Erfahrungen mit der neuen Technik und deren vielfältigen Möglichkeiten: solarthermische oder Photovoltaik- anlagen, Wind- oder Wasserkraftanlagen, Biogasanlagen zur Wärme- und Stromerzeugung, Holzheizungen, Pflanzenölnutzung oder auch Solararchitektur und Verbesserungen der Energieeffizienz. Weiter gibt es Messen, Diskussionsrunden und andere Veranstaltungen.


Die Aktion wurde 1996 durch die Stadt Oederan ins Leben gerufen, die auch seitdem die bundesweite Koordination durchführt. Die Resonanz ist gut. Die Teilnehmerzahlen steigen jährlich.

Eberhard Ohm, Stadtverwaltung Oederan

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